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Einsatz

DLRG Nidderau zieht Bilanz: Hunderte Stunden für mehr Sicherheit am und im Wasser

Veröffentlicht: 19.10.2026
Autor: Jochen Schneider
Bademeister vom Strandbad Kinzigsee freuen sich sichtlich über die Unterstützung der DLRG-Wachdiensttruppe.

Rettungsschwimmer im Nidderbad, am Kinzigsee und an der Ostseeküste im Einsatz

Wenn im Sommer die Temperaturen steigen und die Freibäder und Badeseen zahlreiche Besucher anziehen, sind sie besonders gefragt: die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Ortsgruppe Nidderau. Auch in der Wachsaison 2026 engagierten sich die Mitglieder mit großem Einsatz für die Sicherheit der Badegäste. Ob im Nidderbad, am Strandbad Kinzigsee bei Langenselbold oder an der Ostseeküste in Boltenhagen – die Bilanz zeigt eindrucksvoll, wie viel ehrenamtliche Arbeit hinter einem sicheren Badevergnügen steckt.

Im Nidderbad unterstützte die DLRG Ortsgruppe Nidderau den Wachdienst während der Freibadsaison insbesondere an den Wochenenden. Insgesamt kamen dort 121 Wachdienststunden zusammen, geleistet von 19 Einsatzkräften. Gerade an heißen Sommertagen, wenn sich zahlreiche Badegäste im Schwimmbecken tummeln, ist zusätzliche Aufmerksamkeit gefragt.

Bei großem Andrang müssen die Rettungsschwimmer das Geschehen im Wasser jederzeit im Blick behalten. Besonders kritisch kann es werden, wenn Nichtschwimmer in den tiefen Schwimmerbereich geraten oder Eltern die Schwimmfähigkeiten ihrer Kinder überschätzen. Schwimmflügel und andere Schwimmhilfen bieten keine zuverlässige Sicherheit und ersetzen weder die Aufsicht durch Erwachsene noch das Erlernen des Schwimmens.

Noch umfangreicher war der Einsatz am Kinzigsee. Hier leisteten 52 Personen insgesamt 1.897 Wachdienststunden. Die Rettungsschwimmer überwachten den Badebetrieb, standen für mögliche Notfälle bereit und sorgten dafür, dass Hilfe bei Gefahr schnell zur Stelle sein konnte.

Die Bilanz der gesamten Saison fällt erfreulich aus: Trotz des umfangreichen Badebetriebs wurde lediglich eine schwer verletzte Person von der DLRG Nidderau registriert, hinzu kamen einige leichte Verletzungen. Ein Ergebnis, zu dem neben umsichtigen Badegästen auch die Präsenz und Aufmerksamkeit der ehrenamtlichen Wasserretter beitragen.

Wassergewöhnung am Kinzigsee: Sicherheit beginnt vor dem ersten Schwimmabzeichen

Die DLRG Nidderau setzt nicht erst dann an, wenn ein Kind schwimmen lernen soll. Mit ihrem Angebot zur Wassergewöhnung und Wasserbewältigung am Kinzigsee unterstützt die Ortsgruppe Familien bereits bei den ersten Schritten im Wasser.

In den Kursen lernen Kinder gemeinsam mit einem Elternteil spielerisch den Umgang mit dem nassen Element. Dabei geht es unter anderem um das Gleiten und Schweben im Wasser sowie darum, das Gesicht ins Wasser zu bringen und bewusst auszuatmen. Die Eltern erhalten zudem praktische Anregungen, wie sie diese Fähigkeiten mit ihren Kindern weiter üben können – als wichtige Vorbereitung auf einen späteren Seepferdchen-Kurs.

Das Angebot zeigt, dass Schwimmsicherheit weit vor dem ersten Abzeichen beginnt. Kinder sollen Vertrauen zum Wasser entwickeln und grundlegende Bewegungen kennenlernen. Gleichzeitig werden Eltern dafür sensibilisiert, wie sie ihre Kinder beim sicheren Umgang mit Wasser unterstützen können.

Junge Rettungsschwimmer sammeln praktische Erfahrung auch an der Küste

Ein wichtiger Bestandteil der Wachdienste ist die Nachwuchsarbeit. Gerade am Kinzigsee sammeln junge Mitglieder erste praktische Erfahrungen im Wasserrettungsdienst. Als sogenannte Co-Wachgänger lernen sie die Abläufe an einer Wachstation kennen, üben den Umgang mit Funkgeräten und Rettungsmitteln und erfahren, wie wichtig Kommunikation, Teamarbeit und ein aufmerksamer Blick für mögliche Gefahrensituationen sind.

Die Jugendlichen übernehmen dabei alters- und ausbildungsangepasste Aufgaben unter Anleitung erfahrener Kräfte. So werden sie Schritt für Schritt an die verantwortungsvolle Tätigkeit im Wasserrettungsdienst herangeführt.

Dass sich dieses Engagement nicht auf die heimische Region beschränkt, zeigte die DLRG-Jugend Nidderau auch in den Sommerferien: Eine zwölfköpfige Mannschaft unterstützte die DLRG-Ortsgruppe Boltenhagen eine Woche lang nahezu in Vollzeit beim Wachdienst an der Ostseeküste.

Dort sammelten die jungen Einsatzkräfte wertvolle Erfahrungen unter anderen Bedingungen als im heimischen Freibad oder am Binnensee. An der Küste gehören neben der Badeaufsicht auch die besonderen Herausforderungen des Meeres und die örtlichen Gegebenheiten zum Einsatzalltag. Die Zusammenarbeit mit der gastgebenden Ortsgruppe ermöglichte es den Jugendlichen, ihre Kenntnisse zu vertiefen, Verantwortung zu übernehmen und als Mannschaft zusammenzuwachsen. Der Einsatz in Boltenhagen verdeutlicht, dass ehrenamtlicher Wasserrettungsdienst weit über die Grenzen Nidderaus hinausgeht.

Damit die Rettungsschwimmer im Ernstfall schnell handeln können, braucht es neben einer fundierten Ausbildung auch eine zuverlässige Ausrüstung. Einsatzkleidung und Rettungsmittel müssen bereitstehen, gepflegt und bei Bedarf ergänzt werden. Die Finanzierung dieser Ausstattung stellt die Ortsgruppe vor Herausforderungen, denn ein erheblicher Teil der Kosten wird aus eigenen Mitteln getragen. Spenden und die Unterstützung von Unternehmen sind deshalb besonders wichtig.

Die Wachsaison 2026 macht deutlich, wie vielfältig die Aufgaben der DLRG Nidderau sind: von der Badeaufsicht im heimischen Freibad über den umfangreichen Wachdienst am Kinzigsee bis hin zur Unterstützung an der Ostseeküste.

Hinter diesen Leistungen stehen Menschen, die einen erheblichen Teil ihrer Freizeit investieren, regelmäßig trainieren und Verantwortung für andere übernehmen. Ihr Einsatz ist keine Selbstverständlichkeit – er ist ein wichtiger Beitrag für die Sicherheit der Menschen in der Region und darüber hinaus.

Informationen zum aktuellen DLRG - Kursangebot finden sich auf der DLRG Internetseite: https://nidderau.dlrg.de

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